Home Free Nina goes A-Cappella-Country

<span>Home Free</span> Nina goes A-Cappella-Country

So, dann nun endlich auch mal Home Free live erlebt. Vermutlich DIE amerikanischen Aca-Superstars direkt nach Pentatonix. Erstmals kamen sie nun für 4 Konzerte nach Deutschland.

Stilistisch heben sich die 5 Jungs deutlich von allen anderen Gruppen ab, die ich bisher gehört habe – Country-a-cappella ist mir bisher noch nicht untergekommen. So auch das anwesende Publikum: Country-Fans soweit man schauen konnte. Cowboyhüte, bunte Lichterketten und Country-Roads-Chöre – Nerds gibt es wohl in jeder Sparte… 🙂 Hey – und wann haben wir das letzte Mal auf 1 und 3 geklatscht?

Musikalisch dann gar nicht so aufregend wie erwartet… Tontechnik zu Beginn erst mal schwierig, hat sich dann aber gefangen. Klanglich sind die Jungs natürlich absolut top – tolles Blending, warme Stimmen und durchgeplante Show! Jedoch auf die Dauer eines Konzertes in alle Richtungen etwas zu glatt und perfekt. Wie viele Oktaven beim Bass nach unten drunter geschoben wurden, mag ich übrigens besser gar nicht wissen… jedenfalls etwas zu häufig für meinen Geschmack (Country-Fan hinter mir: „Wow, kann der tief singen…“). Was das Programm betrifft habe ich mich durchaus schon besser unterhalten gefühlt. Und anstatt der Pause in der Mitte gab es einfach einen 20-minütigen Block voller Ansagen und einem schier unendlichen und unklaren Beatbox-Solo…

Und dann wäre da noch das Like-Fishing in den Sozialen Medien. Jeder, der das auf der Bühne erstellte Foto auf Facebook liked und teilt, hatte die Chance auf einen Backstage-Besuch nach der Show. Ja, ich gebe zu, ich wollte es auch. ABER… die Jungs baten mehrfach darum, all seinen Freunden zu erzählen, wie toll die Show ist, Fotos und Videos zu teilen und Home Free in die Welt hinaus zu transportieren. Ja, das hätten wir sehr gerne getan – auch schon vorab! Wie viele Wege wir doch eingeschlagen haben, um irgendwie an ein kleines Interview zu kommen – also kostenfreie Promo in der A-Cappella-Szene zu liefern. Aber nein – es wurde uns verweigert. Schließlich hätten wir ja auch ein überteuertes VIP-Package kaufen können… neben den normalen Konzerttickets (knapp 30€) gab es für schlappe 90€ die Möglichkeit, die Jungs vor dem Konzert kurz zu treffen und ein Foto zu machen. Aber hey – für nur 375€ hätten sie uns auch mit Champagner empfangen und Zeit mit uns verbracht. Sorry, soviel liegt gerade nicht in meinem Geldbeutel. Verzeihen wir es ihnen, es sind halt Amerikaner…

Foto: Clarissa Czipri

Was bleibt? Ich erinnere mich irgendwie an ein schönes Konzert – aber so konkret ist dann doch nichts musikalisch Herausragendes hängengeblieben. Ich war dann irgendwie müde am Schluss – oder war das dann doch eher der Korea-Jetlag? Sei es drum. Sollten sie in ein paar Jahren nochmal nach Deutschland kommen würde ich vermutlich wieder hinfahren. Vielleicht dann aber doch nicht mehr über 400km…