CD-Rezension Zu Besuch bei den Zucchini Sistaz

<span>CD-Rezension</span> Zu Besuch bei den Zucchini Sistaz

Das 2009 gegründete Münsteraner Trio „Zucchini Sistaz“ ist seit 2014 hauptberuflich auf den deutschsprachigen Theater- und Konzertbühnen unterwegs und legte im Oktober 2018 seine erste CD vor. Darauf zu hören: Deutschsprachiger Swing im dreistimmigen Satzgesang mit instrumentaler Begleitung (Gitarrre, Kontrabass, Trompete u. a.). Die 14 Songs, aufgenommen in den Piquenique Studios sowie im heimischen Wohnzimmer, wurden produziert von Nikola Materne (MuHo Münster), Mix und Master besorgte Georg Türk.

Den musikalischen Rahmen bildet das kurze In- und Outro „‘Reinspaziert“ und „‘Rausspaziert“, das ins Wohnzimmer zum Konzert hinein- und wieder hinausführt. Der Eröffnungssong „Egon, Egon“ ist angelehnt das bekannte „Joseph! Joseph!“ in der Version der amerikanischen Andrew Sisters (ebenso zu Dritt) und steht in seiner musikalischen Prägung wegweisend für die gesamte CD. Mit dem Lied „Haaresbreite“ würdigen die Sängerinnen die Jazz-Ikone Ella Fitzgerald („Undecided“). Der legendäre Komponist Irving Berlin hält mit gleich zwei seiner Nummern („Let Yourself Go“, „Puttin‘ on the Ritz“) Einzug auf der CD. Die eher unbekannte Nummer „Tulipan“ – hier „Türmerin“ – von Maria Grever haben die drei Frauen anlässlich des Internationalen Frauentags 2014 für die Türmerin der St.-Lamberti-Kirche bearbeitet. Neben diesen Bearbeitungen finden jedoch auch eigene Songs ihren Platz. Sehr belebend z. B. die Radel-Hymne als kleine Ode an die Fahrradstadt Münster.

Foto: Peter Wattendorff

Mit zwei Ausnahmen stammen alle Arrangements aus der Feder der drei Damen selbst, ebenso haben sie diverse Instrumente selbst eingespielt. Als Gastmusiker sind u. a. Schlagzeuger Rudi Marhold und Perkussionist Markus Passlick aus der Götz-Alsmann-Band an Bord; Roland Jankowsky, bekannt als Kommissar Overbeck aus den Wilsberg-Krimis, tritt bei einer Nummer als Gastsänger auf. Die drei Damen Tina Werzinger, Jule Balandat und Sinje Schnittker – übrigens keine Schwestern – harmonieren stimmlich hervorragend miteinander. Die gesamte CD erinnert in ihrem Vintage-Stil an die Unterhaltungsmusik der 20er-50er Jahre. Freche und originelle Texte von Jule Balandat sowie die abwechslungsreichen Instrumentierungen lassen die drei Stimmen in swingender Eleganz erklingen. Der überwiegend sauberen Ensemble-Phrasierung hört man an, dass diese Frauen schon viele Jahre gemeinsam musizieren.

neue CD

Besonders hervorzuheben ist auch das herausragende Artwork: Lars Wentrup hat mit diesem kreativen Booklet eine bastelbare Zucchini-Zentrale samt Aufstellerfiguren erschaffen.

Dr. Grünzeugs‘ Schalldokumentationen, 45:01 Min.
www.zucchinisistaz.de

Ensembleklang: 4 von 5 Sterne
Interpretation: 4 von 5 Sterne
Repertoirewert: 5 von 5 Sterne

von Nina Ruckhaber, geschrieben für die Chorzeit – Das Vokalmagazin (Ausgabe 2 / 2019)